Lüftungsgeräte an Schulen

Stellungnahme zum Thema „Mobile Lüftungsgeräte an Schulen“

In den vergangenen Monaten wurde über den Sinn und Zweck, mobile Lüftungsgeräte für jedes Klassenzimmer anzuschaffen, in allen Bundesländern kontrovers diskutiert. Die Bayerische Staatsregierung fordert die Anschaffung und fördert diese auch. Trotzdem haben sich viele Städte und Gemeinden in Deutschland nach reiflicher Überlegung gegen die Verwendung solcher Geräte ausgesprochen. Ziel dieser Stellungnahme ist es vor allem, den Mitgliedern unserer Schulfamilie eine ausreichende Begründung zu der Entscheidung zu liefern, auf eine Anschaffung solcher mobiler Lüftungsgeräte zu verzichten, die so vom Schulverband nach Rücksprache mit der Schule getroffen wurde. Eine hinreichende Wirksamkeit von Lüftungsgeräten ist bislang nicht belegt, was auch auf der Seite des Umweltbundesamtes zu lesen ist. Nach Expertenmeinung wären mehrere Geräte pro Klassenzimmer notwendig, um eine Reinigung der Luft in einem Raum mit ca. 240m³ zu erzielen. Die Geräte müssten mittig platziert werden und würden somit im Raum stören. Die Verkabelung ebenso! Die Geräusche und die produzierte Zugluft würden den Unterricht negativ beeinflussen. Ein Betrieb dieser Geräte sollte permanent erfolgen, also an 7 Tagen in der Woche und 24 Stunden lang. Aufgrund des Dauerbetriebes und der großen Anzahl von Geräten in ca. 20 Fachräumen und Klassenzimmern ist mit einer Überlastung des Stromnetzes zu rechnen. Ein Sanierungsbedarf dieses Netzes wurde festgestellt. Im Rahmen der beschlossenen Umbaumaßnahmen werden Defizite behoben werden. Derzeit müsste bei einem Dauerbetrieb von Lüftungsgeräten Personal regelmäßig den Zustand überprüfen, da die Gefahr der Überhitzung besteht. Die Lüftungsgeräte bedürfen einer regelmäßigen Wartung. Filter müssen gereinigt werden, eventuell Ersatzteile beschafft werden. Um einen Unterrichtsbetrieb nach den Vorstellungen der Staatsregierung zu gewährleisten, müssten demnach auch Ersatzgeräte bereitgestellt werden, falls es zu Ausfällen kommt. Gesundheitliche Auswirkungen durch den Betrieb der Geräte auf UV- oder Ozonbasis wurden bislang nicht untersucht. Bei gleichzeitiger Forderung, solche Lüftungsgeräte anzuschaffen, wurde seitens der Staatsregierung erst jüngst betont, dass das Lüften von Klassenzimmern durch das Öffnen von Fenstern unumgänglich sei. Nach ersten Untersuchungen führt ein Stoßlüften von 3 Minuten zum selben Ergebnis wie der Betrieb von Lüftungsgeräten nach 30 Minuten. Es wurde seitens des Sachaufwandsträgers betont, dass die Entscheidung nicht mit Blick auf die Kosten für Anschaffung, Installation und Wartung geschehen sei. Lediglich die Aussagen von Experten, die vorliegenden Informationen und intensive Recherchen führten zu der Entscheidung, auf eine Anschaffung von Lüftungsgeräten für die Schule zu verzichten. Im Rahmen der Generalsanierung der Schule ab 2022 sind Belüftungsanlagen für alle Klassenzimmer vorgesehen! Diese werden fest eingebaut sein und erfüllen alle Vorgaben der Luftreinigung und Klimatisierung von Räumen. Das Abtöten von Corona-Viren in ausreichendem Umfang durch mobile Belüftungsgeräte wird in den zur Verfügung stehenden Quellen in Frage gestellt. Die Schule greift daher auf das bewährte Mittel des Lüftens mittels Fensteröffnen zu[1]rück, da diese Verfahrensweise in ihrer Wirkung erprobt und durch die permanente Verwendung von CO2-Messern auch bewiesen ist! Auch aus ökologischer Sicht ist eine Anschaffung von ca. 80 Geräten fragwürdig, da eine Verwendung voraussichtlich nur für den kommenden Winter vorgesehen ist ohne weiteren Einsatz in der Zukunft. Erfahrungsberichte machen zudem bereits jetzt schon deutlich, dass sowohl bei der Lieferung der Geräte als auch der Ersatzteile wie Filter mit langen Wartezeiten zu rechnen sei. Schule und Sachaufwandsträger standen einer Anschaffung zunächst offen gegen[1]über, waren aber letztlich überzeugt von den gegenteiligen Argumenten. Eine Verminderung der Virenlast in den Klassenzimmern ist durch Öffnen der Fenster zu erreichen, eine Reduzierung der Ansteckungsgefahr durch das Einhalten der bekannten AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Atemmaske). Das Erreichen einer möglichst hohen Impfquote, um die Pandemie einzudämmen, ist auch Ziel an unserer Schule!

Klaus-J. Winkler, KR, 15.09.2021

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